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Über den Ursprung des Individuums in der Renaissance In der historischen Kulturwissenschaft herrscht weitgehende Einigkeit darüber, dass die Ursprünge des modernen autonomen Individuums in der italienischen Renaissance zu verorten sind. Begründet wird dies vor allem mit Blick auf die Entwicklung der Philosophie, der politischen Theorie und der bildenden Künste. Ausgehend von einzelnen Schlüsseltexten (Ernst Cassirer, Jacob Burckhardt u. a.) soll untersucht werden, ob diese Interpretationen der Renaissance als Zeitalter der Individualisierung überzeugend und hinreichend sind oder ob sie auch Fragen offen lassen, die mit ihrer Hilfe nicht beantwortet werden können. Die Untersuchung erstreckt sich auf verschiedene Bereiche des menschlichen Lebens: auf die sozialen und politischen Verhältnisse (d. h. hier: auf das Verhältnis von Individuum und Staat bzw. Gesellschaft), auf die philosophischen Interpretationen von Individualisierungsprozessen und auf deren Reflexion in Literatur und bildender Kunst. Ziel des Seminars ist es, den Studierenden mit Hilfe eines theoretischen Rahmens ebenso wie auf der Basis einschlägiger Quellen einen Zugang zur Renaissance als historischer Epoche zu ermöglichen. |