Annette Vowinckel 
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam/  
Kulturwissenschaftliches Seminar der Humboldt-Universität Berlin  
 

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Die Juden und die moderne Kunst


Es ist  immer wieder behauptet worden, dass es unter den Musikern der Moderne auffällig viele, unter den bildenden Künstlern jedoch auffällig wenige Juden gegeben habe. Zur Erklärung dieses Phänomens werden oft antisemitische Stereotype angeführt, denen zufolge jüdische Kultur akustisch geprägt sei und keinen Raum lasse für Visualität. Grundlage für die Auseinandersetzung mit diesem Phänomen ist die Aneignung der Werke jüdischer Maler wie Max Liebermann, Marc Chagall oder Ben Shahn; zudem soll die Bedeutung jüdischer Kunsthistoriker (Aby Warburg, Erwin Panofsky) und jüdischer Kunstsammler (Paul und Bruno Cassirer, Herwarth Walden, Heinz Berggrün) gewürdigt werden, die mit ihrer Sammlungspolitik das Gesicht der klassischen Moderne entscheidend geprägt haben. Dabei sollen Fragen nach der Bedeutung von Hören und Sehen ebenso berücksichtigt werden wie die Frage, ob es überhaupt so etwas wie jüdische Kunst gibt .